So wählen Sie den richtigen Leistungstransformator aus: Ein praktischer Leitfaden für Ingenieure und Käufer (1)

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Bei der Auswahl des richtigen Leistungstransformators kommt es nicht nur darauf an, die erforderliche Nennleistung kVA oder MVA auszuwählen. Ein Transformator muss zum elektrischen System, den Lasteigenschaften, der Installationsumgebung, den Schutzanforderungen, den geltenden Normen und den zukünftigen Erweiterungsplänen passen.

Für Ingenieure und Käufer kann eine klar definierte Transformatorspezifikation dabei helfen, Probleme wie Überhitzung, übermäßigen Spannungsabfall, falsche Vektorgruppe, unzureichende Kurzschlussfähigkeit oder kostspielige Änderungen nach der Lieferung zu vermeiden.

In diesem Leitfaden werden die wichtigsten Faktoren beschrieben, die bei der Auswahl eines Leistungstransformators zu berücksichtigen sind.

1. Bestimmen Sie die erforderliche Transformatorkapazität

Der erste Schritt besteht darin, die erwartete Last zu bestimmen und eine geeignete Transformatornennleistung auszuwählen.

Die Transformatorkapazität wird normalerweise in ausgedrückt kVA oder MVA.

Die erforderliche Kapazität sollte basieren auf:

  • Maximal erwartete Last
  • Lastwachstum
  • Lastfaktor
  • Anforderungen an den Motorstart
  • Leistungsfaktor
  • Zukünftige Erweiterung
  • Erforderlicher Standby oder Redundanz

Wenn der berechnete maximale Bedarf beispielsweise 3,5 MVA beträgt, ist die Auswahl eines 3,5 MVA-Transformators ohne Spielraum möglicherweise nicht angemessen, wenn die Anlage voraussichtlich erweitert wird.

Ein angemessener Auslegungsspielraum kann zusätzliche Kapazität für künftiges Lastwachstum bieten, aber auch eine übermäßige Überdimensionierung sollte vermieden werden, da ein leicht belasteter Transformator möglicherweise ineffizient arbeitet.

Das Ziel besteht darin, einen Transformator auszuwählen, der die erwartete Last sicher bewältigen kann und gleichzeitig einen angemessenen Wirkungsgrad und Betriebskosten beibehält.

2. Wählen Sie die Primär- und Sekundärspannung aus

Die Nennspannung des Transformators muss mit der elektrischen Anlage übereinstimmen.

Typische Mittel- und Hochspannungsanwendungen können sein:

  • 6.6 kV
  • 10 kV
  • 11 kV
  • 13,8 kV
  • 22 kV
  • 33 kV
  • 66 kV
  • 110 kV
  • 132 kV
  • 220 kV und höher

Das erforderliche Spannungsverhältnis sollte klar angegeben werden.

Zum Beispiel:

33/11 kV, 10 MVA

bedeutet, dass der Transformator dafür ausgelegt ist, die Spannung von 33 kV auf 11 kV bei einer Nennkapazität von 10 MVA herunterzutransformieren.

Die tatsächliche Systemspannung, die maximale Betriebsspannung, der Isolationsgrad und die geltenden Anforderungen des Versorgungsunternehmens sollten alle berücksichtigt werden, anstatt das Spannungsverhältnis nur auf der Grundlage der Nennspannung auszuwählen.

3. Berücksichtigen Sie den Installationsort

Die Installationsumgebung hat einen großen Einfluss auf die Transformatorkonstruktion.

Bestimmen Sie zunächst, ob der Transformator installiert werden soll:

  • Drinnen
  • Draußen
  • In einem Umspannwerk
  • In einer Industrieanlage
  • Bei einem Solar- oder Windkraftprojekt
  • In einem Rechenzentrum
  • In einem Gewerbegebäude
  • In einem Versorgungsverteilungsnetz

Auch die Umgebungsbedingungen sollten berücksichtigt werden, darunter:

  • Umgebungstemperatur
  • Höhe
  • Luftfeuchtigkeit
  • Staub
  • Salzverunreinigung
  • Korrosive Atmosphäre
  • Seismische Bedingungen
  • Kühlbedingungen

Beispielsweise erfordert ein Transformator, der in einer heißen und feuchten tropischen Umgebung installiert wird, möglicherweise andere Designüberlegungen als ein Transformator, der in einer milden Innenumgebung installiert wird.

Wenn die Aufstellhöhe deutlich über dem Meeresspiegel liegt, sollten auch die Auswirkungen einer verringerten Luftdichte auf Kühlung und Isolierung bewertet werden.

4. Wählen Sie den geeigneten Transformatortyp

Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Transformatorkonfigurationen.

Zu den gängigen Optionen gehören:

Öltransformatoren

Öltransformatoren werden häufig für Versorgungs-, Industrie- und erneuerbare Energieanwendungen eingesetzt.

Zu den Vorteilen gehören:

  • Hohe Effizienz
  • Gute Wärmeableitung
  • Geeignet für Anwendungen mit mittlerer und hoher Kapazität
  • Ausgereifte Technologie
  • Wettbewerbsfähige Kosten

Je nach Anwendung können unterschiedliche Arten von Isolierflüssigkeiten und Tankkonfigurationen in Betracht gezogen werden.

Trockentransformatoren

Trockentransformatoren werden häufig dort eingesetzt, wo Brandschutz, Installation in Innenräumen oder ein geringeres Umweltrisiko besonders wichtig sind.

Sie kommen häufig vor in:

  • Gewerbebauten
  • Krankenhäuser
  • Rechenzentren
  • Hochhäuser
  • Industrieanlagen

Auf der Unterlage montierte Transformatoren

Auf der Unterlage montierte Transformatoren sind für Verteilungsanwendungen im Freien konzipiert und werden häufig in unterirdischen Verteilungssystemen, kommerziellen Entwicklungen, Projekten für erneuerbare Energien und Industrieanlagen eingesetzt.

Masttransformatoren

Masttransformatoren werden häufig in Freileitungsnetzen eingesetzt, insbesondere für kleinere Verteilungskapazitäten.

Der geeignete Typ hängt von der Anwendung, der Kapazität, den Installationsbedingungen und den örtlichen Versorgungsanforderungen ab.

5. Überprüfen Sie die Vektorgruppe

Die Schaltgruppe des Transformators ist einer der wichtigsten technischen Parameter und sollte nicht willkürlich ausgewählt werden.

Zu den typischen Vektorgruppen gehören:

  • Dyn11
  • Dyn1
  • YNd11
  • YNd1
  • YNyn0
  • YNd5

Die Vektorgruppe bestimmt die Phasenverschiebung zwischen Primär- und Sekundärwicklung und beeinflusst auch die Erdung und Systemkompatibilität.

Bei parallel betriebenen Transformatoren müssen die Schaltgruppe und andere relevante Parameter kompatibel sein.

Eine falsche Vektorgruppe kann dazu führen, dass ein Transformator für das vorgesehene elektrische System ungeeignet ist, selbst wenn Spannung und Kapazität korrekt sind.

Daher sollte die erforderliche Vektorgruppe vor der Bestellung mit dem Systementwickler oder Versorgungsunternehmen bestätigt werden.

6. Geben Sie die Impedanzspannung an

Die Transformatorimpedanz beeinflusst sowohl die Spannungsregelung als auch den Kurzschlussstrom.

Die Impedanz wird normalerweise als Prozentsatz ausgedrückt, wie zum Beispiel:

Uk = 6%

Eine höhere Impedanz verringert im Allgemeinen den voraussichtlichen Kurzschlussstrom, kann jedoch zu einem größeren Spannungsabfall unter Last führen.

Eine niedrigere Impedanz kann die Spannungsregelung verbessern, kann jedoch den Fehlerstrom erhöhen.

Die entsprechende Impedanz muss daher abgestimmt werden mit:

  • Transformatorkapazität
  • Systemkurzschlussniveau
  • Nachgeschaltete Schaltanlage
  • Schutzeinstellungen
  • Anforderungen an den Parallelbetrieb
  • Anforderungen an die Spannungsregelung

Dieser Parameter sollte während des Systemdesigns bestätigt werden und nicht einfach nach einem Standardkatalogwert ausgewählt werden.

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